Knorx mit mir!
Klack, die
Tür war zu. Zornig tritt Toni gegen den Tisch, so dass er mit lautem
Krach umfällt.
„Hier ist es scheiße! Keiner kümmert
sich um mich! Immer nur die andern sind wichtig, nie ich!“ Wütend
setzt sich Toni in die Ecke. Er schluchzt laut auf und lehnt sich weinend
gegen den Stuhl. Klack, die Tür war zu.
Neugierig lauscht Woody in
den Raum. „Huch! Die Erschütterungen kommen näher“,
er erschrickt. „Hoffentlich bekomme ich von dem zornigen Jungen nicht
auch einen Tritt. Was mag ihn so verärgert haben?“ Woody spürt,
wie aufgeregt das Kind ist, das sich neben ihn auf den Boden setzt. Plötzlich
spürt er die kleine Hand an seinem Holz. Dicke Tränen kullern
auf sein Polster. Ein längst vergessenes Gefühl von Wärme
und Glück durchströmt ihn. „Wuah! Endlich – knorx – berührt
mich jemand – knorx.“ Erschrocken zuckt Toni zurück. „Was
war denn das für ein Geräusch?“
Suchend schaut er sich
im Zimmer um. Er ist allein. Kam das Geräusch vielleicht vom Kamin
oder von den Ästen, die gegen das Fenster schlagen? Zögernd setzt
sich Toni auf den alten Stuhl neben sich. „Himmlisch! Endlich sitzt
jemand auf mir!“ „Huch!“ Toni springt auf. „Das
Geräusch kommt ja vom Stuhl!“ „Bitte lauf nicht weg!
Komm doch zurück!“ Aus sicherer Entfernung
starrt er mit offenem Mund den Stuhl an. „Ein Stuhl, der sprechen
kann?“ Neugierig geht er auf den Stuhl zu. „Du kannst sprechen?“,
fragt Toni ihn ungläubig. „Selbstverfreilich. Ich kann tausend
Sprachen. Ich kann Knax und Knorr, Eibisch, Windisch, Blättrisch,
Iglisch, Rehisch, Klopfto, Spechtoranto und auch eure Menschensprache.“ Schwer
beeindruckt antwortet Toni: „Boah, das find ich aber cool! Ich bin
Toni, und wer bist du?“ „Mein Name ist Woody. Ich bin ein alter,
unglücklicher Stuhl.“ „Warum bist du denn unglücklich?“ „Knax,
Knorx, Spax, Torks.“ „Hä? Was?!“, Toni sieht den
Stuhl fragend an. „Oh, ich bitte um Verzeihung! Jetzt habe ich alle
Sprachen durcheinander gebracht. Du musst wissen, dass früher alles
ganz anders war – knorx, knacks. Damals setzten sich noch ganz viele
Leute auf mich. Denn es gab keine Sitzkissen, Gymnastikbälle, vor
allem keine von diesen stummen Designerstühlen – knax, knorx
-, mit denen ich noch nicht mal reden kann. Seitdem diese angeblich so
hübschen Metallgestelle sich immer in den Mittelpunkt drängen,
obwohl sie nichts als Stroh im Polster haben, muss ich in der Ecke als
Ablage vergammeln.“ Mitfühlend setzt sich Toni auf den alten
knorrenden und knacksenden Holzstuhl. „Oh, das Gefühl kenne
ich!“ . . .

Wie
könnte die Geschichte jetzt weitergehen?
Hilf
uns das Gespräch zwischen Toni und Woody weiterzuknorxen!
Sendet uns
eure Fortsetzung......
Wir stellen eure Geschichte
dann ins Netz und andere können dann wiederum eure Geschichte weiterschreiben.
Wir sind sehr gespannt darauf, was Woody und Toni noch erleben. Ob es
noch andere Gegenstände gibt, die sprechen können? Werden noch
mehr Menschen auftreten? Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Die
Idee „Knorx mit mir“ entstand im Rahmen
eines Familienseminars bei den Waldpiraten in Heidelberg bei einem Schreibworkshop
unter der Leitung der Kinderbuchautorin Andrea Liebers.