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Meike, 22 Jahre
WENN DER RAUM IN DEM ICH MICH BEFINDE VERSCHLOSSENE
TÜREN HAT,
WENN
MEINE HOFFNUNG ÜBERSCHÜTTET WIRD VON ZWEIFEL,
WENN
ICH DENKE DIE TRAUER FRISST MICH AUF,
WENN
DIE ANGST VOR DEM LEBEN DEN WILLEN DAZU ERDRÜCKT,
WENN
DAS NEIN STÄRKER IST ALS DAS JA,
WÜNSCHE
ICH MIR DIE SONNE DURCH DIE WOLKEN ZU ERBLICKEN.

Morgens,
wenn
die Stadt noch am Schlafen war,
aber
die ersten Schornsteine zu qualmen begannen;
wenn
nach dem Wecken,
der
Blick aus dem Fenster,
die
einzige Verbindung zum normalen Leben bedeutet;
wenn
ich mich im Bett aufrichtete,
um
die ersten Sonnenstrahlen zu erhaschen;
wenn
mein Körper mir taub erschien,
und
mir mein Geist die Isolation vergegenwärtigte;
fühlte
ich doch tief in mir,
dass
ich dorthin zurückkehren will:
zurück
zu den Geschehnissen des Alltags,
zurück
zu den Menschen die ich liebe,
zurück
zum Leben.

NACH-SORGE
Fünf Jahre Angst,Fünf
Jahre Zweifel,Fünf Jahre Lernen,
-
lernen mit der Angst, dem Zweifel, dem LEBEN umzugehen!
Leben,
dass ist morgens aufwachen und denken: Schön, dass
die Sonne scheint!

Die
folgenden Gedichte galten für mich auch
in schwierigen Phasen meiner
Erkrankung als Kraftquellen:
Wr
sind alle Zauberkünstler.
Es
ist in uns gelegt,
die
Welt um uns zu verwandeln,
indem
wir die Welt in uns verwandeln.
Nicht
das was wir sehen,
sondern
wie wir es sehen
bestimmt,
was wir fühlen.
Der
Schlüssel liegt in uns.
Ulrich Schaffer, „Erinnere dich an deine Kraft"
Viel Kraft
steckt darin,
den
rechten Moment wahrzunehmen
und
ihn zu nutzen.
Jedes
Problem trägt in sich die Energie,
die
wir brauchen um es zu lösen.
Fragen
und Antworten
Bilden
eine Einheit –
Sie
gehören zusammen.
In
dem, was uns das Leben zumutet,
liegt
gleichzeitig
das
Vertrauen des Lebens zu uns.
Was
dich ängstigt,
mobilisiert
auch deinen Mut.
Was
du nicht verstehst, appelliert genau
in
dem Moment des Unverständnisses
an
deine Findigkeit.
Deine
Stärke liegt in deiner Schwäche,
wie
das Gold in den grauen Schichten Lehms.
Ulrich Schaffer, „Erinnere dich an deine Kraft"
Gerade
aus dem Tod,
aus
dem Wissen um das eigene Ende,
kann
Kraft zum Leben entstehen.
Zu
wissen, dass wir sterblich sind,
zeigt
uns die Kostbarkeit des Lebens.
Auf
der dunklen Folie
Leuchtet
auch der kleinste Farbtupfer.
Wenn
du das Leben liebst,
wirst
du immer wieder Wege finden,
den
Tod in Leben zu verwandeln.
Es
gibt nichts, in dem nicht Leben enthalten ist.
Manchmal
ist es versteckt,
und
dann wieder offenbar und überquellend.
Das
Leben lässt sich finden.

Ulrich Schaffer, „Erinnere dich an
deine Kraft"
...und
vergiß Nicht,
dass
sich mitten im Schmerz
eine
Tür auftut,
so
groß nur
wie
dein kleiner Rest Freude.
Erst
blickst du nur durch.
Dann
steckst du den Kopf durch,
deine
Hände, Arme,
deine
Schultern seitlich,
dann
springst du im Hechtsprung durch.
Wenn
du dich dann umdrehst,
findest
du die Tür nicht mehr.
Ulrich Schaffer, „Neues umarmen"
Die
Ängste
sich eingestanden
in
die Hände
in
den Mund genommen
und
tief
im
Innern
öffnen
sich
verriegelte
Türen
und
Fenster
geben
Einlaß
neuem
Leben
neuer
Hoffnung
dem
Mut
zu
sich selbst

Die
Stürme deiner Belastungen
treiben
die
Gedanken
umher
erdrücken
sie
in
deinem Innersten
wirbeln
deinen Lebensstaub auf
die
Stürme deiner Belastungen
legen
in deinem Innersten
vielleicht
längst
verdrängte
wertvolle
Gedanken
frei
Dem
Unausweichlichen
auszuweichen
das
Unabwendbare
abzuwenden
hieße
das
abgefallene Blatt
wieder
an
den Baum zu nageln
Margot
Bickel
„Wage zu träumen"

Die zitierten Verse stammen aus den Büchern:
Schaffer,
Ulrich: Erinnere Dich an deine Kraft. Kreuz Verlag, Stuttgart (1996)
Schaffer,
Ulrich: Neues Umarmen. Kreuz Verlag, Stuttgart (1984)
Bickel,
Margot / Steigert, Hermann: Wage zu träumen. Herder-Verlag, Freiburg
im Breisgau 1982
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