Leben mit einem Kind mit SAA
Wir
haben zwei Kinder, Daniel 11 Jahre und Julia 6 Jahre.
Im
August 1993 wurde unser Sohn Daniel mit schwerem akuten Leberversagen
von unserem Heimatort-Krankenhaus in die Uni-Kinderklinik Heidelberg
überwiesen. Dort ist Daniel nach nur einer Woche Krankheit ins Leber-Koma
gefallen und uns wurde mitgeteilt, dass man bei ihm eine Lebertransplantation
vornehmen muss.
Nach
drei Tagen im Koma stand ein passendes Organ zur Verfügung. Daniel
wurde sofort transplantiert. Die Transplantation hat er sehr gut überstanden,
es erfolgte keine Abstoßung.
Und
dann der nächste Schock: Daniels schlechtes Blutbild und die
Diagnose VSAA: sehr schwere Aplastische Anämie!
Anfangs
waren sich die Ärzte nicht einig, ob es sich um Komplikationen
nach der Lebertransplantation handelt oder um VSAA.
Ein
sehr guter Professor, Kinderarzt und Leberspezialist, diagnostizierte
Hepatitis NonANonB, d.h. das Virus hat die Leber und das Knochenmark
zerstört, aber die Diagnose wurde nie bewiesen. Wir wissen bis
heute nicht, woher Daniel das Hepatitis-Virus bekommen haben könnte.
Ein
Jahr lang haben wir nach einem Knochenmarkspender gesucht, ohne Erfolg.
Dann
kam Daniels Schwester auf die Welt, man hat gleich Stammzellen der
Nabelschnur abgenommen, in der Hoffnung sie zu transplantieren, aber
die Typisierung ergab keine Übereinstimmung. So wurde im Juli
1994 eine "IST" Therapie nach der SAA-Studie 94 durchgeführt.
Ergebnis:
Nach ca. 4 Monaten verbesserte Leukos von 200 auf 1000, heute 4000
- 5000 mit ausgeprägter Granulozytopenie, Thrombozyten
(1 mal in der Woche) und Erythrozyten (jede 3. Woche), vollständig
transfusionsbedürftig.
Seit
der "IST" -Therapie geht es Daniel trotz der Bluttransfusionen
sehr gut. Er
geht normal in die Schule, hat kaum Infektionen. aber er muss sehr
vorsichtig sein wegen seiner Thrombopenie. Seine Blutwerteschwankungen
beeinträchtigen sein Leben.
Es
wird weiterhin eine KM-Transplantation angestrebt, aber mit Vorsicht,
weil die vielen Bluttransfusionen seit Jahren erhöhen das Risiko
der KM-Transplantation. Es gibt auch weiterhin keinen Spender.
Wir
freuen uns jeden Tag, wenn es Daniel gut geht, aber die Ungewissheit,
wie es weiter geht, ist schwer zu verarbeiten
Kontakt: saa@onko-kids.de